Warum Israel seine Präsenz in Syrien ausbaut?
Israel hat seit dem Sturz des Assad Regimes im Dezember 2024 seine Präsenz im Süden Syriens deutlich ausgeweitet. Nach Angaben der UN Beobachtermission UNDOF richtete Israel in der entmilitarisierten Zone 10 Militärstützpunkte ein und unternimmt von dort aus fast täglich Vorstöße in die Provinzen Daraa und Kuneitra.
Dabei kontrollieren israelische Soldaten den Angaben zufolge Straßen, durchsuchen Zivilisten, prüfen Telefone und erfassen teils biometrische Daten. Außerdem wurden Häuser, Geschäfte und Schulen durchsucht, Ackerland und Wasserquellen abgesperrt sowie mehr als 200 Schafe beschlagnahmt. Das syrische Sijil Center dokumentierte seit Ende August 2025 hunderte Vorfälle an der Grenze und meldete seit Dezember 2024 etwa 200 Festnahmen syrischer Staatsbürger. Menschenrechtsorganisationen sprechen im Zusammenhang mit dem Vorgehen im Süden Syriens von möglichen Kriegsverbrechen.
Israel begründet sein Vorgehen mit Sicherheitsinteressen und dem Schutz vor Angriffen und Schmuggel. Syrische Vertreter kritisieren die Einsätze als Verletzung ihrer Souveränität und verweisen auf gescheiterte Gespräche über eine Sicherheitsvereinbarung.
