EU geht gegen Greenwashing in der Werbung vor
Die EU will mit einer neuen Richtlinie irreführende Umweltversprechen in Werbung und auf Verpackungen eindämmen. Seit heute dürfen allgemeine Begriffe wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „klimaneutral“ nur noch verwendet werden, wenn sie klar belegt sind. Auch viele selbst entwickelte Nachhaltigkeitssiegel sind künftig nicht mehr erlaubt, wenn sie nicht auf einem externen Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen vergeben werden.
In Supermärkten und Drogerien dürften sich deshalb zahlreiche Verpackungen ändern. Der Handelsverband Deutschland unterstützt zwar das Ziel der Regeln, kritisiert aber Rechtsunsicherheit bei der Umsetzung. Nach Angaben des Verbands könnten in Deutschland rund 300 Millionen Produkte betroffen sein. Die Verbände fordern deshalb eine zwölfmonatige Abverkaufsfrist.
Das Bundesumweltministerium verweist darauf, dass die Richtlinie bereits seit März 2024 gilt. In Deutschland gibt es keine zentrale Behörde für die Kontrolle. Bei Verstößen werden unter anderem Klagen von Umweltverbänden erwartet.
