Deutschlands Haushalt 2027: Aufatmen bei Merz und Klingbeil
Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil haben in Berlin die Eckwerte für den Haushalt 2027 und die Grundzüge einer Reform des Gesundheitswesens vorgestellt. Nach Wochen der Spannungen in der Koalition präsentierten beide die Pläne getrennt vor der Presse.
Im Gesundheitswesen soll im kommenden Jahr rund 16 Milliarden Euro eingespart werden. Vorgesehen sind unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente, geringere Zuschüsse beim Zahnersatz und eine Zuckersteuer ab 2028. Beim Streit um die Krankenversicherung von Bürgergeldempfängern wurde ein Kompromiss gefunden: Der Bund soll sich künftig schrittweise stärker an den Kosten beteiligen.
Für Kritik sorgt das Sparpaket bereits bei der Diakonie. Präsident Rüdiger Schuch warnte, die Maßnahmen könnten Menschen mit wenig Geld besonders treffen.
Klingbeil bezifferte die Ausgaben des Haushalts 2027 auf rund 543 Milliarden Euro, etwa 20 Milliarden Euro mehr als 2026. Der Anstieg gehe vor allem auf höhere Verteidigungsausgaben zurück. Weitere Einsparungen plant er bei der Rente und durch Digitalisierung.
