Wohnungskrise: Wird sie durch Wohngeld verschärft?
In Deutschland fehlen laut einer Untersuchung des Pestel Instituts 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen. Zu den Ursachen zählen schwache Konjunktur, hohe Baukosten, Bürokratie und der Trend zu Single Haushalten. Der Thinktank Dezernat Zukunft sieht zudem einen grundlegenden Kurswechsel in der Wohnungspolitik: Statt selbst Wohnungen zu bauen, unterstützt der Staat seit rund 20 Jahren vor allem Mieter auf dem freien Markt.
Als ein Kernproblem gilt der Rückgang der Sozialwohnungen. Heute gibt es nur noch etwa eine Million, während rund 23 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland leben. Zugleich sind Bund, Länder und Kommunen seit den 1990er Jahren vielfach aus dem Bestand ausgestiegen, weil sozial gebundener Wohnraum verkauft wurde und Sozialbindungen ausliefen.
Dezernat Zukunft kritisiert, dass die Subjektförderung, etwa über Wohngeld oder Kosten der Unterkunft, den Mangel an günstigem Wohnraum nicht beseitige und steigende Mieten sogar verstärken könne. IG Bau Chef Robert Feiger rechnet für 2026 mit weniger als 200000 neu gebauten Wohnungen.
