Wie Extremwetter die Landwirtschaft in Deutschland verändert
Extremwetter setzt der Landwirtschaft in Deutschland zunehmend zu. Die Hitzewelle Ende Juni traf viele Betriebe in einer entscheidenden Phase, besonders beim Mais. Nach Einschätzung von Horst Gömann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein Westfalen führte die Hitze während der Blüte teils dazu, dass Mais keine Kolben ausbildete, was Erträge stark mindert.
Auch Weizen und Gerste litten unter der Witterung. Gerste wurde in einigen Regionen Wochen früher geerntet als üblich und dürfte leicht unterdurchschnittlich ausfallen. Beim Weizen rechnet Gömann mit Einbußen von etwa zehn Prozent. Europaweit senkte der Getreidehändlerverband Coceral wegen der Hitzewelle seine Prognose für die Getreideproduktion in der EU und im Vereinigten Königreich um knapp neun Millionen Tonnen.
Als Reaktion setzen Betriebe auf Risikostreuung, Bewässerung, Frostschutz und neue Sorten. Im Obstbau helfen Beregnungsanlagen und Hagelschutznetze, im Ackerbau werden trockenheitsresistentere Pflanzen gezüchtet. Gömann zufolge bleibt Deutschland zwar grundsätzlich gut für Landwirtschaft geeignet, doch die Klimaveränderungen verlaufen heute deutlich schneller als früher.
