Was die neue Grundsicherung für Betroffene bedeutet
Die neue Grundsicherung ist in Kraft und ersetzt seit dem 1. Juli das Bürgergeld. Die Bundesregierung will damit mehr Menschen schneller in Arbeit bringen. Dafür gelten strengere Regeln, härtere Sanktionen, frühere Prüfungen von Vermögen und Wohnkosten sowie der Vorrang einer schnellen Arbeitsaufnahme vor Weiterbildung.
Für Betroffene wie Nicole aus Frankfurt bringt die Reform vor allem Unsicherheit. Die 57 Jahre alte frühere Redakteurin lebt seit einigen Monaten von Bürgergeld, nachdem sie krank wurde und ihr Erspartes aufgebraucht war. Sie sorgt sich besonders um ihre Miete, weil Wohnkosten nun früher und nur noch begrenzt übernommen werden. Sozialverbände warnen, dass dies zu mehr Obdachlosigkeit führen könnte.
Kritiker halten die Regelungen für verfehlt und teils verfassungswidrig. Der VdK verweist auf strukturelle Probleme wie fehlende Kinderbetreuung, schlechte Anbindungen und unpassende Stellenangebote. Gleichzeitig zeigen offizielle Schätzungen, dass Missbrauch beim Bürgergeld nur in wenigen Fällen vorkommt.
