Apothekensterben in Deutschland: Hilft die Honorarreform?
Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist nach Angaben des Branchendachverbands ABDA auf den niedrigsten Stand seit einem halben Jahrhundert gesunken. Ende 2025 gab es demnach bundesweit noch 16.601 Apotheken. Seit der letzten Erhöhung des Honorars für die Abgabe rezeptpflichtiger Arzneien vor rund 13 Jahren habe etwa jede fünfte Betriebsstätte aufgegeben.
Das Bundeskabinett hat Anfang Juni eine Anhebung des sogenannten Fixums beschlossen. Es soll zum 1. Juli auf 9 Euro und zum 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro steigen. Der Deutsche Apothekerverband erwartet dennoch zunächst weiter sinkende Zahlen, hofft aber auf eine spätere Stabilisierung.
Das Berliner IGES Institut sieht den Effekt der Reform skeptisch. Nach einer Studie im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen sind die Wege zur nächsten Apotheke trotz sinkender Zahl kaum länger geworden. Zugleich warnen Apothekerverbände vor wachsendem Druck durch Versandapotheken, während diese auf europarechtliche Regelungen verweisen.
