Warum Yad Vashem nach Deutschland kommt
Yad Vashem richtet eine Außenstelle in Deutschland ein, um über den Holocaust aufzuklären und der wachsenden Unkenntnis unter jungen Erwachsenen etwas entgegenzusetzen. Eine Umfrage der Jewish Claims Conference zeigt, dass 2025 etwa 10 bis 12 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland noch nie etwas vom Begriff Holocaust gehört haben. Rund 40 Prozent der 18 bis 29 Jährigen wissen demnach nicht, dass während des Nationalsozialismus sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet wurden.
Die neue Einrichtung soll in München und Leipzig entstehen und als interaktives Bildungszentrum arbeiten. Yad Vashem Vorsitzender Dani Dayan betont, dass es nicht um ein Museum mit Originalobjekten gehe, sondern um Vermittlung aus jüdischer Perspektive. Als Standort wurde München auch wegen des hohen Sicherheitsstandards gewählt. In der Stadt solle das Zentrum 2028 in einem Gebäude am Karolinenplatz eröffnen.
Kritik gibt es an der politischen Einordnung der Gedenkstätte und ihres Vorsitzenden. Dayan weist Vorwürfe zurück und betont die Unabhängigkeit von Yad Vashem. Zugleich warnt er vor einer Zukunft ohne Zeitzeugen und vor einer wachsenden Gefahr durch Holocaust Leugnung.
