Warum der Rücktritt von Bas die Koalition nicht sprengt
Der Rücktritt von Bärbel Bas als Arbeits und Sozialministerin sowie als SPD Co Vorsitzende bringt die Koalition aus CDU, CSU und SPD in Bedrängnis, gefährdet ihren Bestand aber nicht. Bas begründete ihren Schritt mit der Trauer um ihre Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen, auch aus den Reihen des Koalitionspartners. Zugleich wächst der Druck auf die Regierung, weil wichtige Reformvorhaben aus dem Arbeitsministerium noch immer nicht als fertige Entwürfe vorliegen.
In der Union hatte es zuvor bereits scharfe Kritik an Bas gegeben, auch von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. SPD Co Vorsitzender Lars Klingbeil reagierte ungewöhnlich deutlich und sprach von unanständigen Angriffen. Die Stimmung in der Koalition gilt als angespannt, beide Seiten werfen einander unterschiedliche Wahrnehmungen vor.
Als Nachfolger von Bas soll Alexander Schweitzer Bundesarbeitsminister werden. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, die Geschäftsgrundlage des Koalitionsvertrags bleibe trotz des Personalwechsels bestehen. Zugleich versicherte er, die Bundesregierung brauche weiter Stabilität.
