Ukraine Verbindung im Prozess um die Nord Stream Sprengung
Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt am 14. Oktober der Prozess gegen den ukrainischen Staatsbürger Serhij K. Er war im August 2025 auf Grundlage eines von Deutschland initiierten europäischen Haftbefehls in Italien festgenommen und später nach Deutschland überstellt worden. Ihm wird vorgeworfen, an der Sprengung von Nord Stream 1 und 2 beteiligt gewesen zu sein.
Die Anschläge vom 26. September 2022 hatten drei der vier Leitungen zwischen Russland und Deutschland beschädigt. Der Fall ist politisch heikel, weil Deutschland die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs umfassend unterstützt. Kritiker der Ukraine Hilfe, vor allem aus AfD und BSW, nutzen den Prozess für Forderungen nach einer Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen und nach Reparaturen an Nord Stream.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens dürfte die Debatte über die Ukraine Unterstützung weiter an Fahrt gewinnen. In der Bevölkerung nimmt die Zustimmung zu Waffenlieferungen bereits ab, zugleich steht die Bundesregierung vor dem Spagat zwischen rechtsstaatlicher Aufklärung und der Sorge, Russland könnte den Fall politisch ausschlachten.
