Nigeria: Religion befeuert Landkonflikte in Dürrezeiten
In der Sahelzone und in Nigeria haben steigende Temperaturen, Dürre und Wüstenbildung die Weideflächen verringert. Fulani Hirten weichen deshalb häufiger auf andere Gebiete aus und geraten dabei in Konflikte mit sesshaften Bauerngemeinschaften.
Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung kommt zu dem Schluss, dass religiöse Spaltungen eine zentrale Rolle spielen. Demnach kommt es vor allem dort zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, wo muslimische Hirten auf mehrheitlich christliche Bauern treffen. In einer Umfrage im Bundesstaat Kaduna führten christliche Befragte Landkonflikte eher auf Religion zurück, während muslimische Befragte Dürre und Ressourcenknappheit nannten.
Die Forscher verweisen zugleich auf zunehmende religiöse Spannungen in Nordnigeria seit Ende der 1990er Jahre. Die US Kommission für internationale Religionsfreiheit nennt bewaffnete Fulani Gruppen als einen wichtigen nichtstaatlichen Faktor hinter der Gewalt. Nach ihren Angaben waren im vergangenen Jahr mindestens 1,3 Millionen Menschen im Mittleren Gürtel von Vertreibungen betroffen.
