Türkei: Erneut Verhaftungen vor dem NATO Gipfel
Vor dem NATO Gipfel in Ankara kommt es in der Türkei zu weiteren Festnahmen. Seit Sonntag gilt in der gesamten Hauptstadt ein zweiwöchiges Versammlungsverbot, die Straßen sind nach Berichten vor Ort ungewöhnlich leer. Zahlreiche türkische Journalisten wurden nicht zum Gipfel zugelassen.
Medienberichten zufolge wurden vergangene Woche insgesamt 225 Menschen festgenommen, darunter Menschenrechtler, Umweltaktivisten und Journalisten. Bei einer weiteren Verhaftungswelle am Wochenende kamen demnach erneut rund 100 Menschen hinzu, unter ihnen zwei Journalistinnen. Die türkische Journalistenvereinigung wertete das als Angriff auf die Presse und Meinungsfreiheit. Reporter ohne Grenzen forderte die Freilassung der Journalisten.
Die Staatsanwaltschaft begründet das Vorgehen mit Ermittlungen gegen terroristische Organisationen. Unter den Festgenommenen sind unter anderem der Vertreter der Tema Umweltorganisation in Ankara, Nevzat Özer, die Wirtschaftswissenschaftlerin Emel Memiş Parmaksız und der Journalist Yıldız Tar. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation vorgeworfen.
