Neuer Wehrdienst: Zahl der Kriegsdienstverweigerer stark gestiegen
Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Von Januar bis August gingen nach Angaben des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben 12.102 Gesuche ein. Das ist mehr als dreimal so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.
Auch Reservisten, aktive Soldaten und trotz ausgesetzter Wehrpflicht Ungediente stellten Anträge. Beratungsstellen melden zudem einen wachsenden Zulauf. Die Behörde betonte, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen bleibe unabhängig von der Aussetzung der Wehrpflicht bestehen.
Als mögliche Gründe gelten die angespannte Sicherheitslage und das Gesetz über den neuen Wehrdienst, das zum 1. Januar in Kraft trat. Es sieht eine verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008 vor. Zugleich verwies die Behörde auf Probleme bei Anträgen und auf Falschinformationen, die vor allem in sozialen Medien kursierten.
