Trotz Gesetzesverschärfung: Mehr Extremisten mit Waffenerlaubnis
Trotz verschärfter Regeln besitzen nach einer NDR Recherche mehr als 1.600 Extremisten eine waffenrechtliche Erlaubnis. Mehr als 1.300 von ihnen kommen aus dem rechtsextremen Spektrum oder der Reichsbürger Szene. Die Zahl liegt damit höher als im Vorjahr, als mindestens rund 1.500 Extremisten mit Waffenerlaubnis erfasst worden waren.
Auch bei den Schusswaffen bleibt die Lage angespannt. Nach den vorliegenden Daten sind mehr als 3.000 Schusswaffen in der Hand von Extremisten, wobei rechtsradikale Gruppen den größten Anteil haben. Besonders viele Waffen registrierten die Behörden in Baden Württemberg, Sachsen, Mecklenburg Vorpommern, Hessen und Rheinland Pfalz.
Im vergangenen Jahr entzogen die Behörden Extremisten rund 250 Mal eine waffenrechtliche Erlaubnis. Der Entzug gilt als kompliziert, weil die Behörden auf Informationen von Verfassungsschutz, Polizei und Staatsanwaltschaft angewiesen sind und Entscheidungen oft vor Gericht angegriffen werden. Das Bundesinnenministerium verwies auf die Verantwortung der Länder.
