stern Investigativ: RTL schleust Reporter in russisches Netzwerk für Wegwerfagenten ein
RTL Reporter haben sich ein Jahr lang undercover in ein mutmaßlich russisches Netzwerk für sogenannte Wegwerfagenten eingeschleust. Dabei erhielten sie über Telegram Aufträge von mutmaßlich russischen Akteuren und sollten gegen Bezahlung in Bitcoin unter anderem eine Menschenrechtsorganisation auskundschaften, einen CDU Mitarbeiter ausspionieren, eine Partei infiltrieren und Informationen über deutsche Rüstungsunternehmen beschaffen.
Die Recherche zeigt zudem, dass russische Gruppierungen offenbar gezielt Menschen mit wenig Geld, schwierigen Lebensumständen oder krimineller Vergangenheit ansprechen. Die Aufträge erscheinen zunächst harmlos, etwa ein Foto zu machen, ein Paket abzuholen oder eine SIM Karte zu besorgen, sind aber Teil größerer Operationen mit möglichen strafrechtlichen Folgen.
Außerdem rekonstruierten die Reporter einen mutmaßlichen Sabotageakt am Flughafen Leipzig Halle und trafen in Litauen einen angeklagten mutmaßlichen Wegwerfagenten. Nach rund einem Jahr wurde eine RTL Reporterin als Journalistin enttarnt und erhielt Drohungen sowie eine Morddrohung.
