Schock und Trotz nach Razzien gegen LGBTQ Vereine in der Türkei
In der Türkei hat die Polizei am Wochenende zahlreiche Aktivisten und Aktivistinnen für LGBTQ Rechte festgenommen. Bei den Razzien wurden auch die Büros der Initiative Kaos GL durchsucht, mindestens zehn Mitarbeitende kamen in Gewahrsam. Nach Angaben des Justizministers richteten sich die Einsätze gegen 162 Menschen.
Die Behörden begründeten das Vorgehen mit Vorwürfen wie Obszönität, Drogenbesitz, Prostitution und der Gründung eines Vereins zum Begehen einer Straftat. Belege dafür wurden nicht öffentlich vorgelegt. Kritiker sehen darin einen Vorwand. Yildiz Tar von Kaos GL spricht von einem Feindbild, mit dem von den eigentlichen Problemen im Land abgelenkt werde.
Menschenrechtsvertreterinnen und Vertreter bezeichnen das Vorgehen als das bislang größte gegen die Community. Viele Initiativen wollen sich davon nicht einschüchtern lassen, für Dienstag ist in Istanbul eine Demonstration geplant. Zugleich wurden auch Webseiten und Social Media Konten gesperrt, darunter nicht nur queere Inhalte, sondern auch Seiten anderer zivilgesellschaftlicher Gruppen.
