Mit dem Feind kollaboriert: Israel geht gegen Macher von Film über Gaza Kriegsführung vor
Israels Generalstabschef hat im Zusammenhang mit dem in Venedig ausgezeichneten Dokumentarfilm NAZA rechtliche Schritte prüfen lassen. Die Armee erklärte, es gehe unter anderem um mögliche falsche Behauptungen über Soldaten, Fragen der Informationssicherheit und die Weitergabe geheimer Materialien.
Der Film von Rachel Szor und Yuval Abraham beschäftigt sich mit mutmaßlichen Mechanismen der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen. Abraham sprach darin mit 24 israelischen Militär und Geheimdienstmitarbeitern, deren Stimmen digital verfremdet wurden. Die Beteiligten schildern unter anderem die Auswahl von Zielen und die Zahl ziviler Opfer, die bei Angriffen einkalkuliert würden.
Kulturminister Miki Zohar will prüfen lassen, ob den beiden Regisseuren die israelische Staatsbürgerschaft entzogen werden kann. Er warf ihnen vor, mit dem Feind kollaboriert zu haben. Die Armee wies die Vorwürfe scharf zurück und sprach von Verleumdung und schwerwiegenden Anschuldigungen gegen Soldaten und Kommandeure.
