Reformen: Strengere Krankschreibungsregeln für Beschäftigte
Die Bundesregierung will Krankmeldungen strenger regeln. Künftig soll eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend sein, die telefonische Krankschreibung soll wegfallen. Ziel der Pläne ist es, Fehlzeiten zu reduzieren und möglichen Missbrauch einzudämmen. Die Vorhaben stoßen jedoch auf breite Kritik, weil der Verdacht auf einen größeren Missbrauch umstritten ist.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit 3,6 Krankheitswochen pro Jahr im oberen Mittelfeld. Der EU Durchschnitt beträgt 2,6 Wochen, deutlich höhere Werte haben unter anderem Norwegen, Finnland, Spanien, Slowenien und Portugal. Kritiker verweisen zugleich darauf, dass die Erfassung in manchen EU Ländern lückenhafter ist als in Deutschland. Seit 2022 werden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen hierzulande umfassend elektronisch erfasst.
Nach Angaben von Krankenkassen entfallen große Teile der Fehlzeiten auf Langzeiterkrankungen. Die meisten Krankschreibungen gehen auf Atemwegserkrankungen zurück, gefolgt von psychisch bedingten Fällen und Muskel Skelett Problemen.
