Polenbeauftragter Abraham: Es ist nicht einfach, sich gegen antideutsche Töne zu stellen
Knut Abraham sieht die verschlechterte Stimmung zwischen Polen und Deutschland als Folge nationalistischer Tendenzen und der weiter wirkenden Belastung durch die Geschichte beider Länder. Es sei schwierig, sich gegen antideutsche Töne zu stellen, sagte der Polen Beauftragte der Bundesregierung. Auch in Deutschland nehme er mit der AfD eine Partei wahr, die andere politische Schwerpunkte setze als Polen.
Beim Deutsch Polnischen Forum in Berlin sprach Abraham zudem über die Grenzkontrollen, die er mit der Migrationswende der Bundesregierung verknüpft sieht. Die Kontrollen sollen nach seiner Darstellung zurückgefahren werden, wenn die Reform der gemeinsamen europäischen Asylpolitik umgesetzt ist. Außerdem bezeichnete er das deutsch polnische Verteidigungsabkommen als wichtiges Signal der gegenseitigen Beistandspflicht und betonte, dass Polens Sicherheit auch Deutschlands Sicherheit sei.
Abraham warb zudem für eine engere Abstimmung mit Polen im E3 Format und im Weimarer Dreieck. Polen könne in Fragen der Ukraine und der EU Erweiterung wichtige Impulse geben. Zugleich verwies er auf Polens Entschlossenheit beim Infrastrukturausbau und forderte auch für die Bahnverbindungen nach Polen mehr Tempo.
