Manipulationsskandal am Finanzmarkt beschäftigt Türkei weiter
Ein Manipulationsskandal am türkischen Finanzmarkt hat breite Folgen für Anleger und Politik. Auslöser war ein starker Einbruch des Leitindex BIST 100 Mitte September, nachdem der Markt an einem Tag um sechs Prozent gefallen war und binnen weniger Handelstage rund 12 Prozent verlor.
Betroffen sind rund 455.000 Anleger. Mehr als 45 Personen wurden festgenommen, zudem trat eine hochrangige Politikerin der Regierungspartei AKP zurück. Die Finanzmarktaufsicht schloss die Fonds von sieben Vermögensverwaltern, darunter Tera, Pusula und Atlas. Insgesamt sollen 131 Fonds liquidiert werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs, Verstößen gegen das Kapitalmarktgesetz und der Gründung einer kriminellen Vereinigung. Der Verdacht lautet, dass Fondsgesellschaften den Wert ihrer Fonds künstlich erhöht haben.
Für Anleger ist die Lage offen. Die Vermögenswerte der Fonds sollen verkauft und der Erlös verteilt werden. Eine Garantie auf vollständige Rückzahlung gibt es nicht. Die Krise hat bereits politische Konsequenzen ausgelöst, und die Opposition fordert eine parlamentarische Untersuchung.
