Kluft zwischen Israel und seinen Verbündeten wächst: Kommentar
Zwölf westliche Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Kanada, wollen ein Importverbot für Produkte aus jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland verhängen. Damit verschärft sich der Konflikt zwischen Israel und seinen Verbündeten weiter. Der britische Außenminister sprach im Parlament sogar von ethnischen Säuberungen durch extremistische Siedler.
Die israelische Regierung reagierte mit scharfer Kritik, Vorwürfen des Antisemitismus, Einreiseverboten für britische Politiker und der Schließung des britischen Konsulats in Jerusalem. Zugleich treibt die rechtsreligiöse Koalition in Jerusalem den Ausbau des umstrittenen E1 Areals nahe Jerusalem voran. Kritiker sehen darin einen Schritt, der das Westjordanland zerschneiden und einen zusammenhängenden palästinensischen Staat weiter erschweren würde.
Wirtschaftlich gelten die direkten Einbußen als gering, weil Siedlungsprodukte nur einen kleinen Teil des israelischen Gesamtexports ausmachen. Politisch und symbolisch ist die Maßnahme jedoch von großer Bedeutung, weil erstmals enge Verbündete die israelische Besatzungspolitik nicht nur kritisieren, sondern auch sanktionieren.
