Interview: Trump will ein Minimalabkommen als Sieg darstellen
Die USA und Iran haben sich nach Einschätzung des Nahost Experten Cornelius Adebahr auf ein vorläufiges Rahmenabkommen geeinigt, das zunächst nur das Ende der Kampfhandlungen absichere. Ein belastbares Abkommen solle binnen 60 Tagen ausgearbeitet werden. US Präsident Donald Trump stehe unter Druck, den von ihm begonnenen Krieg erfolgreich zu beenden, und versuche das Minimalabkommen als Sieg darzustellen. Auch Iran verkaufe die Vereinbarung ähnlich.
Adebahr sieht mehrere offene Konfliktpunkte. Die Lage in der Straße von Hormus werde sich nicht schnell normalisieren, da Iran die Kontrolle über die Wasserstraße behalten habe und eine Rückkehr zum früheren Zustand ablehne. Technisch werde es Monate dauern, bis der Schiffsverkehr wieder regulär laufe. Zudem bleibe das iranische Atomprogramm weiter ungeklärt.
Auch die Lage im Libanon und in Israel gilt ihm zufolge als Risiko für das Abkommen. Die Besetzung weiter Teile des Südlibanon durch Israel könne jederzeit neue Kämpfe auslösen. Zugleich halte Trump den Druck auf Israels Premier Benjamin Netanjahu hoch, damit es nicht zu einem Bruch des Waffenstillstands kommt.
