Furcht vor Abschiebung: Russische Deserteure in Deutschland
Der junge Russe Nikita Swesdow wurde nach Beginn seines Wehrdienstes nach eigenen Angaben unter Druck gesetzt, sich langfristig bei der Armee zu verpflichten. Er schildert Schikanen, Gewalt und Zwang in seiner Einheit und sagt, dass er nie am Krieg gegen die Ukraine teilnehmen wollte. Als er erfahren habe, dass er zu Sturmtruppen im besetzten ukrainischen Gebiet bei Melitopol geschickt werden solle, sei er geflohen.
Swesdow floh über Armenien, Bosnien Herzegowina und Kroatien nach Deutschland und stellte dort einen Asylantrag. Deutschland lehnte ihn ab und verwies ihn nach der Dublin Verordnung an Kroatien. Menschenrechtsaktivisten halten die Chancen russischer Deserteure auf Asyl in Deutschland für sehr gering. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge betont, dass über jeden Fall einzeln entschieden werde und nur bei einer begründeten individuellen Furcht vor Verfolgung Schutz gewährt werde.
Nach der Ablehnung erhielt Swesdow Kirchenasyl in einer evangelischen Gemeinde bei Aachen. Die deutsche Polizei wollte ihn zuvor nach Kroatien abschieben.
