Flucht und Migration: Schottet sich Europa weiter ab?
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Flucht und Migration: Schottet sich Europa weiter ab?

Ein in Berlin vorgestellter Report Globale Flucht warnt vor einer weiteren Abschottung Europas. Mitherausgeberin Petra Bendel von der Universität Erlangen Nürnberg befürchtet durch das Gemeinsame Europäische Asylsystem ab dem 12. Juni eine Ausweitung haftähnlicher Unterbringung von Schutzsuchenden an den Außengrenzen. Auch Rückführungszentren außerhalb der Europäischen Union sieht sie kritisch. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete sogenannte Return Hubs dagegen als innovativ.

Der Migrationsforscher Franck Düvell von der Universität Osnabrück hält die Reform für handwerklich schlecht und sieht Risiken für Kinder, Frauen, Familien und Flüchtlingsrechte. Zugleich verweist er auf sinkende Asylzahlen in Deutschland. 2023 stellten 330000 Menschen erstmals einen Asylantrag, zwei Jahre später waren es 113000. Für das erste Quartal 2026 wurden rund 22000 Anträge registriert.

Weltweit sind nach Angaben des Reports mehr als 117 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten sind Binnenflüchtlinge, viele fliehen vor Krieg oder den Folgen des Klimawandels. Für Syrien halten die Autoren eine massenhafte Rückkehr für unrealistisch. Forderungen nach mehr humanitärer Hilfe und stärkerer Entwicklungszusammenarbeit begleiten die Kritik an der europäischen und deutschen Migrationspolitik.

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