Entsiegelung von Flächen als Wettbewerb: Aus Grau wird Grün
Weniger Pflastersteine, mehr Grün: Ein Wettbewerb namens „Abpflastern“ ruft dazu auf, privat versiegelte Flächen zu entsiegeln und die Projekte auf einer Website zu dokumentieren. Vorbild ist die niederländische Aktion „Tegelwippen“, bei der bereits mehr als 14 Millionen Pflastersteine entfernt wurden. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr Flächen von rund eineinhalb Fußballfeldern entsiegelt, in diesem Jahr sind nach Angaben der Projektkoordination 80 Aktionen aus 41 Kommunen gemeldet.
Hinter dem Wettbewerb steht die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz. Nach Einschätzung von Fachleuten verbessert Entsiegelung das Stadtklima, weil Wasser besser versickern kann und Grünflächen mit Bäumen und Sträuchern für Abkühlung sorgen. Laut Statistischem Bundesamt waren Ende 2024 rund 45 Prozent der Verkehrs und Siedlungsflächen in Deutschland versiegelt.
Kommunen unterstützen die Aktion bereits teils mit eigenen Anreizen. In Flensburg gibt es für entsiegelte Flächen von mehr als fünf Quadratmetern einen Strauch als Geschenk. Forschende sehen in der lokalen Umsetzung einen wichtigen Hebel für Klimaschutz, weisen aber auch auf die knappen Finanzen vieler Kommunen als Hürde hin.
