Bauernhofeffekt: Warum der Kuhstall Kinder vor Allergien schützen kann
Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, erkranken deutlich seltener an Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis als Kinder in der Stadt. Eine Münchner Forschungsgruppe hat nun nach eigenen Angaben erstmals die biologische Wirkungskette hinter diesem sogenannten Bauernhofeffekt nachvollzogen.
Im Mittelpunkt stehen Bakterien aus dem Darm der Kuh. Während der Verdauung bilden sie Stoffwechselprodukte, die in die Stallluft gelangen und beim Einatmen Immun Rezeptoren auf den Atemwegszellen der Lunge aktivieren. Diese Mechanismen sollen überschießende Entzündungsreaktionen vermutlich verhindern. Nach Angaben der Studie tragen die Bakterien etwa zwei Drittel des Schutzeffekts bei allergischem Asthma und rund die Hälfte bei Heuschnupfen und Neurodermitis.
Für die Untersuchung wurden unter anderem Staubproben aus Kuhställen sowie Daten von Kindern ausgewertet, die auf Bauernhöfen aufgewachsen sind. Das Team nutzte Bioinformatik und Genanalyse, um die entscheidenden Mikroorganismen zu identifizieren. Ziel ist es nun, die Mechanismen weiter zu erforschen und langfristig neue Formen der Vorbeugung zu entwickeln.
