Außenwirtschaft als Machtinstrument: Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Das Institut der deutschen Wirtschaft verweist angesichts von Kriegen, geopolitischer Unsicherheit und zunehmenden Machtkonflikten auf die wachsende Bedeutung von Resilienz. IW Direktor Michael Hüther sieht starre Strukturen und feste Denkmuster als Hindernis, während flexible Systeme wie liberale Demokratie, soziale Marktwirtschaft und eine offene Zivilgesellschaft bessere Voraussetzungen für Stabilität bieten.
Zugleich betont er die Rolle der Außenwirtschaft als Machtinstrument. Die regelbasierte Ordnung des freien Handels gerate unter Druck, weil Staaten wirtschaftliche Abhängigkeiten gezielt nutzen. Viele Länder hätten deshalb Investitionskontrollen verschärft, auch Deutschland. Hintergrund seien nicht mehr nur Sicherheitsfragen, sondern auch Souveränität und der Umgang mit den Ansprüchen großer Mächte wie den USA und China.
Für die Europäische Union fordert Hüther eine umfassende Politik für Verteidigungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Dazu gehörten die Umsetzung des Draghi Berichts, mehr gemeinsame Beschaffung und transnationale Produktion sowie eine Stärkung der heimischen Innovationskraft. Abschottung könne dagegen dazu führen, technologische Entwicklungen zu verpassen.
