Atomkraft: Comeback der Kernenergie mit kleineren Reaktoren
Nur drei Jahre nach dem deutschen Atomausstieg wird Atomkraft in Europa wieder stärker diskutiert. Die EU will die Entwicklung kleinerer Atomkraftwerke fördern und verweist auf Wettbewerbsfähigkeit, niedrigere Strompreise, emissionsarmen Strom und mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien. Frankreich und weitere Länder unterstützen diesen Kurs, Deutschland lehnt ihn ab.
In Großbritannien, Polen, Tschechien und Frankreich laufen Pläne für Small Modular Reactors, kurz SMR, weiter. Frankreich will sechs weitere Reaktoren bauen und bleibt stark von Kernenergie abhängig. Zugleich zeigt der aktuelle World Nuclear Industry Status Report, dass von einem weltweiten Comeback kaum die Rede sein kann. Ohne den Ausbau in Russland und China wäre die globale Atomkraftkapazität 2025 sogar gesunken. Der Anteil der Atomkraft an der weltweiten Stromproduktion liegt inzwischen bei rund neun Prozent.
Kritiker verweisen auf hohe Kosten, lange Bauzeiten, Risiken und die ungelöste Endlagerfrage. In Deutschland hält die Bundesregierung am Ausstieg fest. Neue Atomprojekte wären nur mit staatlicher Unterstützung denkbar, neue Subventionen lehnt Umweltminister Carsten Schneider ab. Gleichzeitig wächst der Ausbau von Wind und Solar weiter.
