Wohnungsnot: Bauen soll einfacher und günstiger werden
In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nur gut 200000 Wohnungen gebaut, so wenig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bund, Länder und Kommunen suchen deshalb nach Wegen, das Bauen einfacher, schneller und günstiger zu machen. Die Bundesregierung hat dazu Änderungen am Baugesetzbuch auf den Weg gebracht. Weitere Schritte bei Baustandards und bei der Finanzierung sollen folgen.
Mit der Novelle, die Bundesbauministerin Verena Hubertz Ende Mai 2026 ins Kabinett eingebracht hat, sollen Entscheidungen über Bauvorhaben schneller fallen. Der Wohnungsbau soll als überragendes öffentliches Interesse gelten. Dadurch können Städte und Gemeinden Neubau und Nachverdichtung in Innenstädten stärker gewichten. Zugleich sollen Umweltprüfungen vereinfacht, Bürgerbeteiligungen gestrafft und serielles Bauen erleichtert werden.
Geplant sind außerdem mehr Rechte für Kommunen beim Vorkauf von Immobilien sowie ein mögliches Vorgehen gegen Schrottimmobilien. Der Deutsche Mieterbund begrüßte die Pläne. Auch die Immobilienwirtschaft hält eine Reform für wichtig, verweist aber auf die kommunale Planungshoheit. Parallel testen mehrere Länder und Städte bereits Modelle für einfacheres und günstigeres Bauen.
