Kann Afrika Demokratie leben?
In mehreren afrikanischen Staaten steht die Demokratie unter Druck, während zugleich vielerorts Wahlen stattfinden. Besonders in Westafrika haben Militärs in den vergangenen Jahren in Mali, Burkina Faso, Niger und Guinea die Macht übernommen, in Guinea Bissau kam es 2025 ebenfalls zu einem Putsch. Auch in Gabun und dem Tschad prägten Militärs die politische Entwicklung, im Sudan eskalierte die Lage zum Bürgerkrieg.
Als Ursachen gelten Sicherheitskrisen, dschihadistische Gewalt, Armut, Ungleichheit, Korruption und fehlende politische Teilhabe. Militärregierungen stoßen zunächst oft auf Zustimmung, weil viele Menschen von zivilen Regierungen enttäuscht sind. Zugleich werden Pressefreiheit und oppositionelle Kräfte in vielen Ländern eingeschränkt. Freedom House stuft rund die Hälfte der afrikanischen Staaten als nicht frei ein.
Afrika zeigt ein stark gespaltenes Bild zwischen autoritären Systemen, instabilen Übergängen und vergleichsweise stabilen Demokratien wie Kap Verde, Botswana, Namibia, Südafrika und Nigeria. Experten betonen, dass Demokratie nur dann Vertrauen gewinnt, wenn Institutionen im Alltag funktionieren und lokale Realitäten stärker berücksichtigt werden.
