Wie chancengerecht ist Bildung in Deutschland?
An der Kettelerschule in Bonn hat sich die Zahl der Gymnasialempfehlungen seit 2007 von 0,5 Prozent auf 30 Prozent erhöht. Die Grundschule im Bonner Norden, an der fast alle der 250 Schülerinnen und Schüler eine Zuwanderungsgeschichte haben und viele zu Hause nicht Deutsch sprechen, liegt nach eigenen Angaben trotz der schwierigen Ausgangslage bei den Leistungstests in Nordrhein Westfalen über dem Schnitt.
Schulleiterin Christiane Lang Winter setzt auf jahrgangsübergreifenden Unterricht in Lernfamilien, intensive Sprachförderung und enge Zusammenarbeit mit umliegenden Kitas. Kinder werden früh gefördert, Vorschulkinder kommen regelmäßig in die Schule, während gute Leserinnen und Leser in Kitas vorlesen.
Der Fall steht für ein größeres Problem im deutschen Bildungssystem. Nach Angaben aus dem Nationalen Bildungsbericht hängt der Bildungserfolg weiterhin deutlich von sozialer Herkunft, Einkommen und Bildungsgrad der Eltern ab. Auch die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss ist auf acht Prozent gestiegen. Bundesbildungsministerin Karin Prien will deshalb Kitas stärker fördern und bundesweite Qualitätsstandards einführen.
