Wie Ägypten vom Chaos im Nahen Osten profitiert
Ägypten liegt in einer von Kriegen und Krisen geprägten Region, bleibt selbst aber bislang von direkten Kämpfen verschont. Das verschafft dem Land unter Präsident Abdel Fattah al Sisi neue Vorteile. Sicherheit hat für viele Ägypter an Bedeutung gewonnen, seit in der Nachbarschaft Krieg herrscht und Menschen aus dem Sudan ins Land gekommen sind.
Besonders der Tourismus profitiert von der vergleichsweise stabilen Lage. Sehenswürdigkeiten wie die Pyramiden von Gizeh, die Tempelanlagen am Nil und das Grand Egyptian Museum ziehen viele Besucher an. Seit 2022 hat sich die Zahl der Touristen mehr als verdoppelt, zuletzt kamen rund 19 Millionen Menschen ins Land.
Gleichzeitig bleibt Ägypten als Vermittler im Gaza Krieg wichtig. Gemeinsam mit Katar hält Kairo Gesprächskanäle zu Israel und der Hamas offen. Im Inneren steht dem Bild der Stabilität jedoch politische Repression gegenüber, während die Wirtschaft unter Inflation, Währungsverlusten und sinkenden Einnahmen leidet. Ägypten ist deshalb weiter auf Kredite und finanzielle Hilfe angewiesen.
