Welt Sepsis Tag: Warum bei Blutvergiftungen oft zu viel Zeit vergeht
Am Welt Sepsis Tag wird auf die Gefahr durch Blutvergiftungen aufmerksam gemacht. In Deutschland sterben vergleichsweise viele Menschen an Sepsis, und die Erkrankung bleibt in vielen Kliniken unerkannt. Eine internationale Studie aus dem vergangenen Jahr nennt für das Jahr 2021 211.000 Todesfälle in Deutschland. Andere Erhebungen kommen zwar auf niedrigere Zahlen, Fachleute halten diese aber für zu gering.
Die Symptome einer Sepsis sind oft unspezifisch und können Atemnot, Husten, eine geschwollene Hand oder Bauchschmerzen umfassen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Harnwegs oder Bauchrauminfektionen sowie Neugeborene. Sepsis gilt als Notfall, weil jede Stunde über Leben und Tod entscheiden kann.
Eine Studie der Uniklinik Greifswald zeigt zudem, dass in vielen Kliniken standardisierte Verfahren zur Früherkennung fehlen und Personal nicht regelmäßig geschult wird. Auch Blutkulturen werden demnach zu selten entnommen, mikrobiologische Labore fehlen oft oder sind nachts geschlossen. Eine andere Untersuchung aus Greifswald zeigte, dass bessere Abläufe die Sterblichkeit deutlich senken können. Seit Januar 2026 müssen Kliniken bundesweit ihre Sepsis Erkennung und Behandlung erfassen.
