Was das Bankensterben für Kunden und den Mittelstand bedeutet
Wenn Bankfilialen schließen, werden Wege für Kundinnen und Kunden oft länger. Auf dem Land verändert das den Alltag vieler Menschen, zugleich können der Zugang zu Bargeld, Beratung und einfachen Bankgeschäften erschwert werden. In Nordsachsen setzt die Sparkasse Leipzig deshalb auf eine mobile Filiale, die durch die Dörfer fährt.
Auch für Unternehmen hat der Rückzug der Banken Folgen. In Hohne in Niedersachsen holen Kundinnen und Kunden Bargeld im Supermarkt, während eine Friseurmeisterin ihre Bareinnahmen selbst zur Bank bringen muss. Fachleute verweisen darauf, dass Kreditentscheidungen vor Ort leichter fallen, wenn Banken ihre Kundschaft und die regionalen Verhältnisse kennen. Fehlt diese Nähe, können Investitionen ausbleiben.
Seit 1970 ist die Zahl der Sparkassen um fast 60 Prozent gesunken, ihre Filialen haben sich etwa halbiert. Bei Genossenschaftsbanken und privaten Banken fiel der Rückgang noch stärker aus. Digitalisierung und Regulierung gelten als wichtige Treiber dieser Entwicklung. Große Institute können zwar Kosten senken, entscheidend bleibt aber, ob sie die regionale Nähe erhalten.
