Warum wir noch immer so viel Essen wegwerfen
In Deutschland landen jedes Jahr fast elf Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel im Müll. Mehr als die Hälfte davon stammt aus privaten Haushalten, während Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung, Handel und Landwirtschaft deutlich kleinere Anteile ausmachen. Seit 2019 gibt es eine nationale Strategie zur Verringerung der Abfälle, das Ziel einer Halbierung bis 2030 wurde mit freiwilligen Maßnahmen bisher jedoch kaum erreicht.
Als ein Grund gelten zu große Packungen im Handel. Nach Einschätzung der Berliner Lebensmittelwissenschaftlerin Nina Langen wird besonders viel Obst und Gemüse weggeworfen, weil es oft nur in Gebinden verkauft wird. Auch bei Fleisch und Käse gebe es häufig nur Großpackungen. Ein Projekt zur freiwilligen Erfassung von Abfällen erzielte zwar Erfolge, stieß aber auf wenig Beteiligung.
In Frankreich werden überschüssige Lebensmittel seit Jahren stärker reguliert an Hilfsorganisationen abgegeben. Dort ist die Pro Kopf Menge an Lebensmittelabfällen seit 2016 von 108 auf 58 Kilo gesunken.
