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Warum baut Deutschland Straßen für das Klima von gestern?

Hitzewellen mit Temperaturen von teils über 40 Grad Celsius setzen Deutschlands Autobahnen zunehmend unter Druck. Betonplatten platzen auf, Asphalt verformt sich, Fahrstreifen werden gesperrt und Tempolimits angeordnet. Anfang Juli mussten sieben Autobahnabschnitte zeitweise vollständig geschlossen werden.

Als Ursache gilt oft Bitumen im Asphalt. Das aus Erdöl gewonnene Bindemittel kann ab etwa 60 Grad Celsius weich werden. Bei Außentemperaturen von mehr als 30 Grad kann sich dunkler Asphalt in der Sonne schnell auf 60 bis 70 Grad aufheizen und verformen. Fachleute weisen darauf hin, dass die heutigen Straßenbeläge noch immer an Erfahrungswerten der vergangenen Jahrzehnte orientiert sind.

Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes erwarten in Teilen Ostdeutschlands zwischen 2040 und 2070 Temperaturen von über 45 Grad Celsius. Studien sehen deshalb Handlungsbedarf. Erprobt werden hellere Gesteine, reflektierende Deckschichten und neue Bindemittel, doch ein systematischer Einsatz ist bisher nicht verbreitet.

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