Trotz Kritik: Afrikas Mehrheit hält am IStGH fest
Eine Mehrheit der afrikanischen Staaten hält trotz anhaltender Kritik am Internationalen Strafgerichtshof fest. In mehreren Ländern der Sahelzone hat sich zuletzt jedoch der Widerstand verschärft: Der Tschad kündigte Ende Juni den Austritt an, Mali, Burkina Faso und Niger leiteten im September 2025 den Rückzug aus dem Römischen Statut ein.
Kritiker werfen dem Gericht vor, sich einseitig an Afrika abzuarbeiten. Zugleich verweisen Befürworter darauf, dass viele frühe Verfahren auf Ersuchen afrikanischer Staaten entstanden seien und heute auch Ermittlungen außerhalb Afrikas laufen, etwa in Afghanistan, den Palästinensischen Gebieten, Venezuela, auf den Philippinen und in der Ukraine.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht in den Austritten einen Rückschritt für das Recht auf Gerechtigkeit. Der IStGH solle nach Ansicht von Experten dort eine Rolle spielen, wo nationale Justizsysteme nicht in der Lage oder nicht willens sind, schwere Verbrechen zu verfolgen. Insgesamt zählen 125 Staaten zu den Vertragsstaaten, darunter 33 afrikanische Länder.
