Südafrikas Umgang mit Fremdenfeindlichkeit steht in der Kritik
In Südafrika flammt erneut Gewalt gegen Migranten auf. Kritiker stellen dabei zunehmend die Frage, ob die Regierung wirksam gegen Fremdenfeindlichkeit vorgeht. Seit Jahren kommt es immer wieder zu Ausschreitungen gegen Menschen aus Ländern wie Simbabwe, Nigeria, Somalia, Äthiopien, Malawi, Mosambik, Ghana und Sambia. Anfang des Monats bestellte Nigeria den südafrikanischen Hochkommissar ein, um gegen die Angriffe zu protestieren.
Die Gewalt wird oft mit Arbeitslosigkeit, Kriminalität, überlasteten öffentlichen Dienstleistungen und schlechten Lebensbedingungen verknüpft. Regierung und Außenminister Ronald Lamola weisen Vorwürfe zurück, Migranten seien für diese Probleme verantwortlich. Lamola betonte, wirtschaftliche Schwierigkeiten ließen sich nicht durch das Vertreiben von Menschen lösen. Auch Kabinettsministerin Khumbudzo Ntshavheni verurteilte Selbstjustiz.
Gleichzeitig gewinnen Gruppen wie Operation Dudula an Einfluss. Kritiker warnen, dass die Rhetorik die Spannungen verschärfe. Unter Migranten wächst die Angst vor weiteren Angriffen, während einzelne Südafrikaner betonen, dass Armut und Frustration die eigentlichen Ursachen seien.
