Sorge um Top Rating: Deutsches Staatsdefizit fast verdoppelt
Im ersten Halbjahr hat sich das Defizit der öffentlichen Kassen in Deutschland nahezu verdoppelt. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf ein Haushaltsdefizit von rund 71,3 Milliarden Euro. Das entspricht 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und liegt damit über der im EU Stabilitäts und Wachstumspakt vorgesehenen Drei Prozent Grenze.
Gleichzeitig steht der Anleihemarkt seit Monaten unter Druck. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte in der vergangenen Woche mit 3,275 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Experten führen das unter anderem auf wachsende Sorgen über steigende Staatsverschuldung und mögliche höhere Inflation zurück.
Nach Einschätzung von Fachleuten erhöhen auch die Mehrausgaben des Bundes für Verteidigung sowie zusätzliche Investitionen und Subventionen aus Sondervermögen den Druck auf den Haushalt. Die Zinsausgaben stiegen im ersten Halbjahr um 11,6 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro. Ein IfW Experte warnte, dass Deutschland sein Top Rating verlieren könnte, falls Wirtschaftswachstum und Konsolidierung ausbleiben.
