Red Bull Fabrik in Brandenburg: Kampf ums Trinkwasser in Baruth
In Baruth in Brandenburg wächst der Streit um Trinkwasser. Die Stadt mit rund 4100 Einwohnern liegt südlich von Berlin, dort haben Red Bull und der Fruchtsafthersteller Rauch 2023 eine alteingesessene Sprudelfabrik übernommen und damit auch die Nutzungsrechte für Grundwasser.
Die Unternehmen dürfen nach Angaben aus dem Ort täglich 6500 Kubikmeter Wasser für die Getränkeproduktion verwenden, und zwar über 25 Jahre. Das entspricht 92 Prozent der Gesamtmenge, die Baruth insgesamt aus dem Grundwasser entnehmen darf. Gegen die Nutzung hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die auf dem Rechtsweg um Akteneinsicht kämpft.
Die Stadt verweist auf die Gesetzeslage, nach der die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung Vorrang habe. Der städtische Wasserbetrieb teilte mit, 2024 habe das Landesumweltamt keine Übernutzung des Grundwassers festgestellt. Die zugrunde liegenden Daten sind jedoch nicht öffentlich, ebenso wenig der Wasservertrag mit den Konzernen. Red Bull und Rauch wollen zudem im Industriegebiet eine Produktion für Getränkedosen aufbauen, die ebenfalls Wasser verbrauchen würde.
