Präsidentschaftswahl: Brasilien vor einem Rechtsruck?
Senator Flávio Bolsonaro hat den ersten Wahlgang der brasilianischen Präsidentschaftswahl überraschend gewonnen. Er kam auf 47 Prozent der Stimmen, Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf 45,2 Prozent. Umfragen hatten kurz vor der Wahl noch Lula knapp vorn gesehen.
Bolsonaro geht damit als Favorit in die Stichwahl in drei Wochen. Seit der Einführung des Zwei Runden Systems 1988 hat in Brasilien noch nie ein Kandidat den ersten Wahlgang gewonnen und die anschließende Stichwahl verloren. Für Lula wird die Aufholjagd schwierig, weil die übrigen politisch relevanten Kandidaten aus dem rechten Lager kommen und ihre Wähler wohl Bolsonaro unterstützen werden.
Auch 21 Prozent Nichtwähler könnten eine Rolle spielen. Bolsonaro zeigte sich nach der Bestätigung des Ergebnisses zuversichtlich, Lula sprach von einer unerwarteten Niederlage und kündigte an, die Wahl in der Stichwahl gewinnen zu wollen. Parallel gewinnt Bolsonaros Lager auch im Senat an Einfluss.
