Pflege: Mehr Bedürftige, höhere Ausgaben und großer Reformbedarf
Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt auch 2026 weiter. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen warnt in seiner Bilanz vor einer Überforderung der Pflegeversicherung und fordert mehr Geld für Prävention. Schon 2025 bezogen sechs Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung, doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Im vergangenen Jahr wurden drei Millionen Menschen begutachtet, fast 80 Prozent erhielten einen Pflegegrad. Die Ausgaben lagen bei mehr als 70 Milliarden Euro.
Besonders teuer sind Pflegeheime. Etwa jeder Fünfte wird stationär versorgt, dafür geben die Kassen rund 20 Milliarden Euro aus. Die Bundesregierung hatte erwogen, Zuschüsse für Heimbewohner erst später zu zahlen, um die Pflegeversicherung zu entlasten. Der GKV Spitzenverband lehnt das ab und fordert von Bund und Ländern mehr finanzielle Verantwortung. Oliver Blatt verlangt außerdem, dass Investitionskosten nicht länger von Bewohnern getragen werden.
Der Medizinische Dienst sieht Prävention als wichtigen Hebel. Mehr Unterstützung für Pflege zu Hause, bessere Vernetzung und einfacherer Zugang zu Hilfsmitteln könnten Pflegebedürftigkeit hinauszögern und Kosten senken. Medizinischer Dienst und GKV gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigen wird und die Pflegeversicherung ohne Reformen finanziell nicht ausreicht.
