Ostdeutsche Identität ist verstärkt Thema von Musiktexten: Warum?
Mehrere junge Musiker setzen sich derzeit verstärkt mit ihrer ostdeutschen Herkunft auseinander. Thea Alien vom Elektroduo Calcou beschreibt ihren Song „Everything Okay“ als persönlichen Wut Song über ostdeutsche Identität, westdeutsche Gleichgültigkeit und das Gefühl, sich ständig erklären zu müssen. Sie kritisiert besonders die Gleichsetzung Ostdeutschlands mit Rechtsextremismus und AfD.
Auch andere Künstler greifen das Thema auf. Betterov erzählt auf seinem Album „Große Kunst“ von der Flucht seines Vaters aus der DDR, obwohl diese vor seiner eigenen Geburt lag. Der Soziologe Daniel Kubiak sieht darin keine neue Ost Welle, sondern eine Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und den Erfahrungen der Eltern. Hinzu komme der Blick von außen, der ostdeutsche Identität mitprägen könne.
Hendrik Bolz berichtet von einer Erfahrung, bei der seine Herkunft als Ossi als Kompliment gemeint war. Heute gehe er offen damit um. Für Christian Morin vom Pop Kultur Festival zeigt das Interesse der jüngeren Generation am Osten vor allem den Wunsch, die eigene Herkunft und Familiengeschichte besser einzuordnen.
