Nobelitis: Wenn der Nobelpreis verrückt macht
Der Begriff Nobelitis oder Nobel Disease beschreibt ein Verhalten, das bei Nobelpreisträgern nach ihrer Auszeichnung auftreten kann: Sie äußern sich mitunter auch außerhalb ihres Fachgebiets und verbreiten dabei unbelegte oder fragwürdige Thesen. Geprägt wurde der Begriff von Paul Nurse, selbst Medizin Nobelpreisträger und Präsident der Royal Society.
Als Beispiele nennt der Text Linus Pauling, der nach seinen Nobelpreisen für Chemie und Frieden Vitamin C als Allheilmittel bezeichnete und die orthomolekulare Medizin begründete. Auch Luc Montagnier, Entdecker des HIV Virus und Medizin Nobelpreisträger, sprach sich später für Homöopathie aus und machte während der Corona Pandemie falsche Aussagen über SARS CoV 2. James Watson wiederum äußerte sich in den 2000er Jahren wiederholt rassistisch. Der Medizinhistoriker Nils Hansson betont, ein Nobelpreis mache niemanden automatisch zu einem Vorbild oder Universalgenie.
