Nach Krawallen führt Italien auch eine Sicherheitsdebatte
Nach den schweren Ausschreitungen in Mailand reagiert die italienische Regierung mit einem neuen Sicherheitsdekret. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt scharf und kündigte eine entschlossene Antwort des Staates an. Wer sich an gewalttätigen Gruppen beteiligt, soll künftig mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Zudem will die Regierung präventive Festnahmen und Auswertungen von Videoaufnahmen ausweiten.
Auch gegen minderjährige Täter soll härter vorgegangen werden, ihre Eltern können mit Geldbußen belegt werden. Zusätzlich sollen 500 weitere Soldaten nach Mailand geschickt werden. Opposition und Studierendenvertreter kritisieren, dass vor allem über Sicherheit und Strafen gesprochen werde, nicht über die sozialen Ursachen der Proteste. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf einen einheitlich organisierten politischen Block oder eine Steuerung aus dem Ausland. Viele der 271 Festgenommenen waren minderjährig, einige erst zwölf Jahre alt.
