Nicht nur wegen Ryanair Abzug: Der BER bleibt ein Sorgenflughafen
Ryanair schließt seine Basis am Flughafen Berlin Brandenburg und verlegt sieben Flugzeuge ins Ausland. Mit den Maschinen ziehen auch Piloten und Kabinenpersonal ab, insgesamt gehen am BER 210 Arbeitsplätze verloren. Die Airline wird den Flughafen zwar weiter anfliegen, aber nur noch mit einzelnen Verbindungen zu wenigen Urlaubszielen. Die angebotene Sitzplatzkapazität sinkt dadurch nach Angaben des Unternehmens von 4,5 Millionen auf 2,2 Millionen pro Jahr.
Ryanair begründet den Schritt mit hohen Kosten in Deutschland und am BER. Seit 2019 seien Luftverkehrssteuer, Sicherheitsgebühren und Flughafenentgelte deutlich gestiegen. Die Gewerkschaft ver.di und die Pilotenvereinigung Cockpit vermuten zudem einen Zusammenhang mit der Gründung eines Betriebsrats am Standort Berlin, Ryanair weist das zurück.
Der BER kämpft seit Jahren mit Verlusten und hohen Schulden. Der Flughafen war erst 2020 eröffnet worden, neun Jahre später als geplant, und blieb auch in den Folgejahren weit hinter früheren Wachstumszielen zurück.
