Krieg gegen Iran: Kein Gewinner auf keiner Seite
Drei Monate nach Beginn des Krieges gegen Iran sehen Experten keine klare Siegerseite. In Israel erinnert der Einschlag einer iranischen Rakete in Bet Shemesh an die Folgen des Angriffs. Die Rakete traf damals eine Synagoge, zwei Menschen starben im Bunker, neun Menschen insgesamt an der Einschlagsstelle.
Nach Einschätzung des Waffenexperten Yehoshua Kalisky setzte Iran im Verlauf des Krieges zunächst auf hochexplosive Raketen und später auf Clusterbomben, die schwerer abzufangen seien. Der Historiker Meir Litvak von der Tel Aviv Universität hält einen Regimewechsel in Iran auch bei weiterer Eskalation für unwahrscheinlich. Iran befinde sich nach seiner Darstellung in einer besseren Verhandlungsposition, weil das Land die Straße von Hormus kontrolliere und damit Druck auf die Weltwirtschaft ausüben könne.
Gleichzeitig sei das iranische Luftverteidigungssystem geschwächt, und der wirtschaftliche Schaden für Iran werde auf 270 Milliarden Dollar beziffert. Israel bereite sich auf eine neue Eskalation vor, stehe aber wegen des Einsatzes gegen die Hisbollah im Libanon unter zusätzlichem Druck. Auch US Präsident Donald Trump gerate dadurch nach Ansicht von Litvak zunehmend in eine selbstgebaute Falle.
