Kontrollverlust bei Protesten: Gewalteskalation in Frankreich, ein Land sucht nach Schuldigen
In Frankreich halten die politischen Auseinandersetzungen über die Gewalteskalation bei den landesweiten Protesten an. Innenminister Laurent Nunez sprach von einem Kontrollverlust, Präsident Emmanuel Macron will die Polizeiarbeit überprüfen lassen. Aus mehreren Städten hieß es zugleich, die Randalierer hätten mit der Protestbewegung nichts zu tun.
Der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure sagte, in der Hauptstadt hätten am Samstag zunächst 110000 Menschen friedlich demonstriert, während einige tausend Randalierer für schwere Gewalt verantwortlich gewesen seien. Die Regierung von Ministerpräsident Sebastien Lecornu macht dafür die Ultralinke und Kriminelle verantwortlich, auch Marine Le Pen spricht von der extremen Linken. Der linke Politiker Jean Luc Mélenchon gibt hingegen der Sparpolitik der Regierung und dem harten Vorgehen der Polizei die Schuld.
Bei den Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten kam es zu Straßenschlachten, Plünderungen und Festnahmen. Mehr als 2000 Menschen wurden festgenommen, über 600 Beamte verletzt. Die Unruhen setzen Macron vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zusätzlich unter Druck.
