Kolumne: Auf ein Wort: Maslaton: Die Energiewende gehört nicht nur den Konzernen
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland steht nach Einschätzung von Martin Maslaton unter Druck, weil Markt und Regulierung größere Akteure begünstigen. Als Beispiel nennt er den Verkauf des europäischen Onshore Geschäfts von Shell mit rund vier Gigawatt an Totalenergies. Nach seiner Darstellung zieht sich Shell stärker auf das fossile Kerngeschäft zurück, während Totalenergies sein Stromportfolio ausbaut.
Maslaton sieht darin ein Zeichen für einen tiefgreifenden Strukturwandel in der Energiewirtschaft. Die Energiewende drohe ihre mittelständische Basis zu verlieren. Über Jahrzehnte sei der Ausbau vor allem von unabhängigen Projektentwicklern, Bürgerenergiegesellschaften, Landwirten, Stadtwerken und kommunalen Unternehmen getragen worden. Diese Vielfalt habe Wettbewerb, Innovation und regionale Wertschöpfung gesichert.
Heute führten neue Vorgaben im EEG, verschärfte Finanzierungsanforderungen und das geplante Netzanschlusspaket dazu, dass Projektentwickler immer mehr Kapital über längere Zeit vorfinanzieren müssten. Dadurch könnten nach seiner Einschätzung immer weniger finanzstarke Konzerne die Energiewende tragen.
