Instagram, TikTok und Co.: Forschung unerwünscht?
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisieren seit Jahren, dass Social Media Plattformen ihnen nur eingeschränkt Zugang zu wichtigen Daten geben. Nach ihren Angaben wurden vor allem die Schnittstellen für den Datenzugang in den vergangenen Jahren deutlich begrenzt. Dadurch werde es schwieriger zu untersuchen, wie sich Hassrede, Desinformation oder mögliche Verbote für Jugendliche auswirken.
Das EU Gesetz über digitale Dienste gibt Forschenden zwar unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch auf Daten, etwa bei der Untersuchung systemischer Risiken wie illegaler Inhalte, gesundheitlicher Folgen oder Wahlbeeinflussung. In der Praxis stoßen sie aber nach eigenen Angaben weiterhin auf bürokratische Hürden und lange Verfahren. Zugleich wird kritisiert, dass einige Konzerne nur selektiv mit der Wissenschaft kooperieren. Das werfe Fragen nach der Unabhängigkeit der Forschung auf.
Forschende fordern deshalb eine strengere Umsetzung der Regeln und einen verlässlichen Zugang zu Plattformdaten, auch zu den Empfehlungsalgorithmen. Nur so lasse sich die Wirkung sozialer Medien auf Gesellschaft und Politik ausreichend bewerten.
